Pflegefall was nun?

Manchmal geht es schneller als man denkt. Die ganze Lebensplanung löst sich im Nichts auf wenn plötzlich, wie aus dem nichts heraus, der Lebenspartner oder gar man selbst zu einem Pflegefall wird. Die so aufkommende Belastung für die Familie muss schnell verteilt werden. Ein schnelles Handeln ist unbedingt erforderlich damit die Familie den betreffenden Angehörigen optimal betreuen kann und nicht völlig hilflos und überfordert mit den Problemen alleine dasteht.

In vielen Fällen tritt bei den betroffenen Familien eine Überforderung ein.

Wer kann helfen wenn es um die Frage der Pflegefallbetreuung geht?
Wer gibt Auskunft und wer kann unterstützen wenn der Familienangehörige zu Hause betreut werden soll?

Zum Pflegefall wird man nicht nur durch eine schwere Krankheit oder einen Unfall. Das normale älter werden reicht da schon aus. Der menschliche Körper ist nicht unbegrenzt haltbar. Früher oder später wird es bei jedem nicht mehr so gut gehen und nicht selten muss eine Pflegekraft mithelfen den Angehörigen zu betreuen oder gar zu Pflegen.

Auf kleine Anzeichen achten

Leichte Beschwerden kommen in der Regel schleichend. Sollte einem Angehörigen Auffallen, dass man immer öfter um Hilfe gebeten wird oder das die betroffene Person sich immer öfter stützen muss und selbst einfache Schritte nicht mehr so gut gehen, wird es an der Zeit sich mit dem Thema „Pflege“ zu beschäftigen. Denn leider können plötzlich schwere Probleme die einfachen einholen und eine normale Pflegeunterstützung wird unabdingbar.
Optimal wäre wenn man sich schon frühzeitig Gedanken darum macht, wie man im Fall der Pflegebedürftigkeit mit den aufkommenden Problemen umgehen möchte. Auch für einen selbst ist eine Altersplanung sehr wichtig. Denn gerade bei der Altersdemenz oder anderen schweren Erkrankungen kann es sein, dass man nicht mehr in der Lage sein wird die persönlichen Wünsche mit in die Planung einbringen zu können.
Es stehen heutzutage viele Optionen zur Wahl. Neben dem klassischen Pflegeheim gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten die im Falle der Pflegebedürftigkeit in Frage kommen können.

  • Häusliche Pflege
  • Pflegeheim  / Altersheim
  • Seniorenresidenz
  • betreutes Wohnen
  • Alters-Wohngemeinschaft / Alten-WG

Die Betreuung und Pflege zu Hause

In der Regel möchten die meisten so lange wie nur irgendwie möglich zu Hause wohnen bleiben. Doch kommen zu den normalen Altersbeschwerden Erkrankungen wie eine Altersdemenz hinzu, wird es für die Familie zum Kraftakt die Pflege alleine zu bewältigen. Ein bekanntes Problem stellt dabei die Wohnsituation an sich dar. Treppen, enge Flure oder andere Hindernisse müssen durch umbaumaßnahmen beseitigt werden. Ein barrierefreies Wohnen wird aber durch umbaumaßnahmen nicht immer möglich sein. Hat man eine Pflegeversicherung abgeschlossen so kann man mit finanzieller Unterstützung rechnen. Allerdings können solche umbauten schnell sehr teuer werden. Eine einfache Pflegeversicherung deckt meist nur einen Bruchteil der anfallenden Kosten.
Auch wenn die Wohnung durch Baumaßnahmen noch so gut auf die neue Situation angepasst wird hilft es doch nicht weiter wenn die betroffene Person sich nicht mehr alleine waschen kann.

Ein Pflegepersonal muss her!
Ambulanter Pflegedienste:

  • Malteser Hilfsdienst gGmbH
  • ASB Ambulante Pflege GmbH
  • Diakonie

Ein guter Pflegedienst zeichnet sich durch eine umfassende Beratung, einen Pflegeplan und festes, nicht wechselndes Betreuungspersonal aus. Am besten ist es wenn erstmal eine Probepflege vereinbart wird um zu schauen ob der Pflegedienst auch das hält was er verspricht.

Angehörige treten oft an ihre Grenzen

Hilfe für Helfer! Denn bei all der Fürsorge eines Familienmitglieds kommen die involvierten Familienmitglieder schnell an ihre Grenzen. Es ist ja mit einem ambulanten Pflegedienst nicht getan. Das tägliche Waschen kann durch einen externen Dienstleister umgesetzt werden doch die Betreuung muss in der Regel von der Familie gestemmt werden. Und das alles neben dem Beruf und der eigenen Familie. Eine Vereinsamung von Pflegebedürftigen ist auch keine Seltenheit. Auch Angehörige müssen auf sich achten, dass nicht alle Kräfte und der Elan plötzlich dahin schwinden.

Die sogenannte Verhinderungspflege kann Unterstützung leisten. Das ist eine stundenweise Betreuung die immer dann in Anspruch genommen werden kann, wenn man selbst verhindert ist oder wenn man in den Urlaub fahren möchte. Denn auch Angehörige brauchen Abstand und Erholung. Ein Familienmitglied zu Pflegen bedeutet in erster Linie Ausdauer. Regelmäßige Pausen sind da wichtig um nicht selbst durch die zusätzliche Belastung zu Erkranken. Die Verhinderungspflege oder Kurzzeitpflege bringt da Abhilfe. Der Wegweiser Demenz des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend klärt darüber umfassend auf.

Das Pflegeheim als letzter Ausweg

Ist eine häusliche Pflege nicht mehr möglich bleibt oftmals nur noch das Pflegeheim. Auch hierauf sollte man sich frühzeitig vorbereiten. Denn nicht selten ist es so, dass das präferierte Pflegeheim in der näheren Umgebung ausgebucht ist und alle Betten belegt sind. Bei der Wahl eines passenden Pflegeheims für die weitere Betreuung sollte auf einiges geachtet werden.

  • Preis
  • Wohnsituation
  • Distanz zu den nächsten angehörigen
  • Betreuungsprogramm / Tagesablauf
  • Spezialisierung des Pflegepersonals auf diverse Alterserkrankungen

Pflegeheime sind teuer. Nicht jedes Pflegeheim kommt daher in Frage. Erkundigen Sie sich frühzeitig nach den Kosten für eine Unterbringung in einem Pflegeheim. Denn auch wenn eine Pflegestufe vorhanden ist, fallen doch erhebliche Kosten an die von der Familie getragen werden müssen. Für alle Beteiligten ist es daher ratsam sich im Vorfeld genau mit den anfallenden Kosten und der Umwälzung auf alle Angehörigen zu beschäftigen. Nicht selten kommt es in solchen Fällen in der eigenen Familie zum Streit! Leider.

Sich ausgiebig mit der Wohneinrichtung des Pflegeheims zu beschäftigen macht durchaus Sinn. Nicht alle Pflegeheime bieten eine annehmbare Atmosphäre. Optimal ist es wenn für sich selbst eine Einrichtung ausdeutet damit ein späterer Einzug in eine Einrichtung bei der betroffenen Person auch Akzeptanz findet.

Die Pflegeeinrichtung sollte optimaler wiese nicht allzu weit von dem nächsten Angehörigen entfernt sein. Denn auch wenn ein Betreuungsprogramm zur Tagesplanung angeboten wird so ist doch der Besuch eines Familienmitglieds die beste tägliche Betreuung für den Bewohner eines Pflegeheims. Auch sollte man sich mit den diversen Spezialisierungen der Einrichtungen auseinandersetzen. Denn gerade bei der Altersdemenz ist ein tägliches Training sehr wichtig damit die Krankheit nur langsam voran schreitet.

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